Landesfrauenwallfahrt Kreuzkampf

900 Frauen zeigen Kreuz!

01. Juli 2026

Landesfrauenwallfahrt erinnert an Kreuzkampf und die eigene Haltung


Rund 900 Frauen zeigen Kreuz und Haltung bei der Landesfrauenwallfahrt in Bethen
Rund 900 Frauen kamen zur Landesfrauenwallfahrt nach Bethen.

Bethen, Oldenburger Land, 1. Juli. Rund 900 Frauen folgten am Dienstag der Einladung des Bischöflich Münsterschen Offizialates zur traditionellen Landesfrauenwallfahrt. Sie pilgerten und beteten, feierten einen großen Open-Air-Gottesdienst und standen anschließend bei Sekt und Imbiss gesellig beisammen. Unter der Überschrift „Kreuz zeigen, weil Gesellschaft Haltung braucht“ erinnerte die Veranstaltung an den 90. Jahrestag des Kreuzkampfes im Oldenburger Münsterland.

„Wir Frauen sind heute mehr denn je gefordert, für unsere christliche Haltung einzustehen“, betonte Mechtild Pille, Leiterin des BMO-Referats für Kirchenentwicklung, zur Begrüßung.


Teilnehmerin mit einem Wandkreuz und persönlicher Glaubensgeschichte
Persönliche Glaubensgeschichten standen im Mittelpunkt.

Schon zu Beginn des Gottesdienstes zeigten einige Teilnehmerinnen eigene Kreuze und teilten die persönlichen Geschichten dahinter. Eine Frau berichtete von einem Wegekreuz, das ihre Großeltern aus Dankbarkeit nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet hatten. Eine andere sprach über ihr Wandkreuz, das sie zur Hochzeit geschenkt bekommen hatte und das für sie ein Zeichen des Segens ist.

Eine dritte Teilnehmerin erinnerte an eine Seniorin aus dem Altenheim, die auf das Kruzifix neben ihrem Bett gezeigt und gesagt habe: „Das ist meine Tankstelle!“


Pfarrer Michael Heyer zelebriert den Gottesdienst bei der Landesfrauenwallfahrt in Bethen
Pfarrer Michael Heyer zelebrierte erstmals den Gottesdienst.

Zelebrant Pfarrer Michael Heyer erinnerte in seiner Predigt an die tiefe, gemeinschaftsstiftende Bedeutung des Kreuzes als Symbol des Glaubens. Er betonte, dass das Kreuz weit mehr als ein Einrichtungsgegenstand sei und eine Haltung sichtbar mache. Jesus habe das Kreuz von einem Zeichen des Hasses in das größte Symbol der Liebe verwandelt.

„Natürlich müssen wir keine Angst haben, dass Soldaten die Kreuze aus unseren Räumen abhängen. Aber es gibt ein Abhängen der Kreuze im Alltag“, sagte der Priester aus Emstek und warnte vor einem Vergessen des Glaubens im täglichen Leben.


Teilnehmerin mit Kreuzanhänger als Zeichen ihres Glaubens
Das Kreuz wurde als persönliches Glaubenszeichen sichtbar.

Die Landesfrauenwallfahrt ist eine bei vielen Frauen aus der Region zwischen Damme und Wangerooge beliebte Veranstaltung. Für die Vorbereitung zeichnen im Wechsel unterschiedliche Gruppen verantwortlich: 2026 gestalteten Frauen aus dem früheren Dekanat Friesoythe das Programm, während Frauen aus dem Raum Cloppenburg die Verpflegung übernahmen.

Der Blick zurück auf den Kreuzkampf von 1936 machte deutlich, warum Bethen als Ort des Glaubens und der Erinnerung bis heute eine besondere Rolle spielt. Damals wehrten sich die Menschen in der Region gegen den Versuch des NS-Regimes, Kreuze aus Schulen und öffentlichen Gebäuden zu entfernen.


Zahlreiche Frauen mit Bannern bei der Landesfrauenwallfahrt in Bethen
Zahlreiche Gruppen kamen mit ihren Bannern nach Bethen.

Schon im Gottesdienst war die Vielfalt der Wallfahrt sichtbar. Zahlreiche Gruppen waren mit ihren Bannern gekommen, und der musikalische Rahmen durch die JuVi-Singers aus Altenoythe sowie Kirchenmusikdirektor Thorsten Konigorski verlieh der Feier eine besondere festliche Note.

Die Veranstalter verbanden die Erinnerung an den historischen Kreuzkampf mit einem heutigen Aufruf zur Haltung, zum Glauben und zur Gemeinschaft. Genau das machte die Landesfrauenwallfahrt in Bethen zu einem starken Zeichen für die Region.


Musikalische Gestaltung der Landesfrauenwallfahrt in Bethen
Die Musik trug die Feierlichkeiten am Wallfahrtsort Bethen.

Musikalisch gestalteten die JuVi-Singers aus Altenoythe und Kirchenmusikdirektor Thorsten Konigorski den Gottesdienst. Die Gesänge und die gemeinsame Feier unter freiem Himmel prägten die Atmosphäre ebenso wie die vielen persönlichen Gespräche danach.


Abschluss der Landesfrauenwallfahrt mit Begegnung und Austausch in Bethen
Nach dem Gottesdienst blieb Zeit für Begegnung und Austausch.

Beim anschließenden Beisammensein bei Sekt und Imbiss war die Resonanz spürbar: Die Frauen zeigten nicht nur äußerlich das Kreuz, sondern auch innerlich Haltung. Damit wurde die Landesfrauenwallfahrt 2026 zu einem eindrucksvollen Zeichen des Glaubens im Oldenburger Land.